VHS-Kursprogramm | Wissensturm Linz

Geld.Macht.Politik. Wieviel Superreichtum verträgt die Demokratie? (26.11070)

Die Konzentration von Vermögen in den Händen weniger hat in den vergangenen Jahren weltweit ein historisches Ausmaß erreicht. Parallel dazu wächst die Sorge, dass wirtschaftliche Macht zunehmend mit politischer Einflussnahme einhergeht, sei es durch Lobbying, Parteispenden, Medienbesitz, Think-Tank-Finanzierung oder philanthropische Initiativen, die politische Agenden prägen. Dieses Ungleichgewicht lässt viele glauben, Politik diene nur den Mächtigen - und schwächt das Vertrauen in die Demokratie und ihre Institutionen. Im Rahmen der Tagung diskutieren wir den politischen Einfluss und die Widerstandsfähigkeit der Demokratie gegenüber der Macht extrem großer Vermögen. Wo entstehen Risiken für politische Gleichheit, Transparenz und gesellschaftlichen Zusammenhalt und welche Ansätze gibt es, diesen Entwicklungen entgegenzutreten?

VHS Linz in Kooperation mit mehr demokratie!
Teilnahme kostenlos, Anmeldung erbeten

Gefördert aus den Mitteln der österreichischen Gesellschaft für politische Bildung
Eine Veranstaltung im Rahmen der Demokratiewoche 2026

Keynotes:
Stephan Pühringer, JKU Linz
Miguel de la Riva, Uni Wien

Stephan Pühringer
Warum wir uns Überreichtum nicht mehr leisten können
Vermögen ist in Österreich sehr ungleich verteilt. Wenige Menschen besitzen sehr viel: Geld und Kapital, Grundstücke, Häuser und Villen, Autos. In den letzten Jahren ist diese Ungleichheit immer höher geworden mit vielen Auswirkungen für alle Menschen. Überreiche Personen haben nicht nur wesentlich mehr wirtschaftlichen, sondern auch politischen und rechtlichen Einfluss. Durch ihren Lebensstil sind sie nicht zuletzt auch für wesentlich mehr Umweltbelastungen verantwortlich. Wir haben auch in Österreich ein System geschaffen, dass nicht nur diese Ungleichheit hervorgebracht hat, sondern auch die politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen geschaffen hat, die diese Ungleichheit absichern und verstärken. In seinem Vortrag wird Stephan Pühringer einige Einblicke in Netzwerke des Überreichtums und die Parallelwelt der Überreichen geben.

Stephan Pühringer ist Sozioökonom und Leiter des Socio-Ecological Transformation Labs an der JKU Linz. Er beschäftigt sich in seiner Forschung u.a. mit Ungleichheit im Kapitalismus, Neoliberalismus und Sozialökologischer Transformation.

Miguel de la Riva
Gut für die Demokratie, gut für die Wirtschaft: Rechtfertigungen von vermögensbezogenen Steuern
Meist wird für die Einführung oder Erhöhung vermögensbezogener Steuern mit Werten wie Gleichheit, Solidarität oder Verteilungsgerechtigkeit argumentiert, und das gewiss nicht zu Unrecht. Solche Argumente scheinen in konservativen und wirtschaftsliberalen Parteien aber nicht zu verfangen, ohne die es jedoch absehbar keine Regierungsmehrheiten ohne Autoritäre und Rechtsextreme geben wird. Darum soll dieser Vortrag zu zeigen versuchen, warum gerade auch jene vermögensbezogene Steuern befürworten sollten, die Werte wie unternehmerische Initiative, Innovation und Wachstum hochhalten. Denn eine immer extremere und immer stärker leistungslos vererbte Vermögenskonzentration gefährdet nicht nur die Demokratie, sondern auch fairen wirtschaftlichen Wettbewerb.

Miguel de la Riva ist wissenschaftlicher Projektmitarbeiter und Lehrbeauftragter am Institut für Philosophie der Universität Wien. Als freier Journalist veröffentlicht er in Medien wie dem "Standard", den "Blättern für deutsche und internationale Politik" oder der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Aktuell forscht er als Visiting PhD Student an der venezianischen Università Ca' Foscari.

PARALLELE WORKSHOPS

Marie Scholze
Erben ist keine Leistung - warum wir Erbschaftssteuern brauchen
Wir gehen der Frage nach, was eine Erbschaftssteuer real bedeuten würde, und entmystifizieren häufige Vorurteile: Wäre die Erbschaftssteuer wirklich eine Doppelbesteuerung? Schadet eine Erbschaftssteuer messbar der Wirtschaft? Und würde eine Erbschaftssteuer tatsächlich zu Vermögensabwanderung
führen?

Marie Scholze studiert Finanz-, Rechnungs- und Steuerwesen in Wien und ist im Vorstand von Attac Österreich. Sie beschäftigt sich mit vermögensbezogenen Steuern und wirkte am Attac Policy Insight zu steuerfreien Milliardenerbschaften mit (06/2026).

Friedrich Hinterberger
Einkommen, Wohlstand und Demokratie sichern - was können WIR tun??
Die "Grenzen des Wachstum", vor denen der Club of Rome vor mehr als 50 Jahren gewarnt hat, werden immer spürbarer. Je weniger Zuwächse zu verteilen sind, desto stärker werden Konflikte um stagnierende Einkommen und Vermögen. Im Workshop diskutieren wir, wie bestehende, finanziell geprägte Machtstrukturen genutzt oder überwunden werden können, um die Demokratie in Österreich zu schützen und politische Ziele zu stärken, die von der Bevölkerungsmehrheit unterstützt, aufgrund wirtschaftlicher Ungleichheiten jedoch nicht erreicht werden. Dazu zählen die Finanzierung öffentlicher Güter wie Bildung, Gesundheit, Verkehr und Kultur sowie die Unterstützung benachteiligter Gruppen.
Workshop in Zusammenarbeit mit der Wellbeing Economy Alliance Austria

Friedrich Hinterberger ist Mitglied im Club of Rome und Vorstandsmitglied der Initiative "Wachstum im Wandel". Er studierte Volkswirtschaftslehre und Finanzwissenschaft und ist Autor mehrerer Bücher. Seine Forschungsschwerpunkte: Ökologische Ökonomie, Zukunfts- und Lebensqualitätsforschung sowie Messung des Fortschritts in Richtung Nachhaltigkeit.

Stephan Pühringer
Vermögensungleichheit "greifbar" machen
Nach einem kurzen Input zu Vorstellungen von Verteilungsgerechtigkeit, wird in einem Spiel die österreichische Vermögensverteilung dargestellt. Danach diskutieren wir Ursachen, Konsequenzen und potenzielle Maßnahmen für mehr Verteilungsgerechtigkeit.

Miguel de la Riva
Die Zucman Tax
Der Vorschlag einer Mindeststeuer von zwei Prozent pro Jahr auf Vermögen über 100 Millionen Dollar des französischen Ökonomen Gabriel Zucman wird weltweit diskutiert. In Frankreich wurde die "Zucman Tax" sogar bereits im Parlament diskutiert. In diesem Workshop werden die Eckpunkte von Zucmans Vision einer Vermögenssteuer und dessen Begründung vorgestellt und diskutiert.


PROGRAMM

14.00 Ankommen
14.30 Begrüßung und Einführung
Moderation: Ulrike Ringot-Salzbacher, mehr demokratie!

14.45 Vorträge
Stephan Pühringer, Johannes Kepler Universität
Warum wir uns Überreichtum nicht mehr leisten können

Miguel de la Riva, Universität Wien
Gut für die Demokratie, gut für die Wirtschaft: Rechtfertigungen von vermögensbezogenen Steuern

16.15 Pause

16.30 Parallele Workshops
Marie Scholze, Attac
Erben ist keine Leistung - warum wir Erbschaftssteuern brauchen

Friedrich Hinterberger, Club of Rome
Einkommen, Wohlstand und Demokratie sichern - was können WIR tun?

Stephan Pühringer, Johannes Kepler Universität
Verteilungsgerechtigkeits Spiel

Miguel de la Riva, Universität Wien
Die Zucman Tax

17.45 Pause
18.00 Abschlussdiskussion
18.30 Ausklang mit Buffet


1 Zusammenkunft am 23.10.2026

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Status: Plätze frei

 

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Offene Termine

Datum/Zeit Referent*in Ort
Fr. 23.10.2026
14:00 - 19:00 Uhr
Wissensturm; Seminarraum 01.02
Fr. 23.10.2026
14:00 - 19:00 Uhr
Wissensturm; Foyer 15. Obergeschoß
Fr. 23.10.2026
14:00 - 19:00 Uhr
Wissensturm; Seminarraum 15.02
Fr. 23.10.2026
14:00 - 19:00 Uhr
Wissensturm; Seminarraum 15.05
Fr. 23.10.2026
14:00 - 19:00 Uhr
Wissensturm; Seminarraum 15.06
Fr. 23.10.2026
14:00 - 19:00 Uhr
Wissensturm; 1107 Seminarraum
Fr. 23.10.2026
14:00 - 19:00 Uhr
Wissensturm; Seminarraum 15.04