Krise und Gesellschaft (19.13023)

Darstellungen der sozialen Auswirkungen wirtschaftlicher Krisen fokussieren oft auf Arbeitslosigkeit und damit verbundene Problemlagen. Doch dieses Verständnis von Wirtschaftskrisen wurde erst in den 1930er Jahren dominant. Die Analyse verschiedener Auskommensstrategien anhand von autobiographischen Texten über die 1930er Jahre zeigt, wie das sozioökonomische Krisenverständnis gegenüber dem persönlich erlebten Mangel ausdifferenziert wurde. Während Arbeitslosigkeit als soziale Problemlage und wirtschaftliches Risiko gefasst wurde, blieb die Armut, die beispielsweise stellenlose DienstbotInnen erlebten, ein individuelles Problem. Diese Grenzziehungen sind nicht nur historisch relevant, sondern bilden auch heute ein zentrales Konfliktfeld, das auf systematische Lücken der in der Zwischenkriegszeit etablierten sozialstaatlichen Sicherungssysteme verweisen.

Moderation: Univ.-Prof. Dr. Ernst Langthaler

VHS Linz in Kooperation mit dem Institut für Neuere Geschichte und Zeitgeschichte und dem Institut für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der JKU Linz

Eintritt frei!

Vortragsreihe: Weltwirtschaftskrisen in Geschichte und Gegenwart

Vortrag kostenlos

 

 

Termine

Datum/Zeit Vortragstitel ReferentIn Ort
Mo. 28.10.2019
19:00 - 21:00 Uhr
Krise und Gesellschaft Dr.in Irina Vana Wissensturm; Veranstaltungssaal E.09